Best Practice
Vom ersten Fall zum Benchmark: Fünf uRDN-Fälle an einem Tag
16. Juni 2026

Dr. Robert Höllriegels Perspektive zu Benutzerfreundlichkeit, Lernkurve, Sicherheit und Wirksamkeit des Paradise Ultraschall-Systems zur renalen Denervation.
In den letzten Jahren habe ich das Paradise Ultraschall-System zur renalen Denervation in meine klinische Praxis im Herzzentrum Dresden integriert. Auf Grundlage meiner eigenen praktischen Erfahrung sowie durch Training und Supervision von Kollegen stellt das System eine wertvolle Behandlungsoption bei Hypertonie dar – insbesondere im Hinblick auf prozedurale Einfachheit, Sicherheit und Skalierbarkeit.
Benutzerfreundlichkeit
Bereits ab dem ersten Eingriff zeichnet sich das System durch ein intuitives Design und einen standardisierten Workflow aus. Kathetervorbereitung, Systemaufbau, Positionierung des Ballons und die Sonikationsschritte sind logisch strukturiert und werden durch die Benutzeroberfläche des Systems gut unterstützt. Im Vergleich zu anderen Systemen zur renalen Denervation besteht eine geringere Abhängigkeit von individuellen Anwenderfertigkeiten. Sobald die Anatomie der Nierenarterie geeignet ist, sind die Positionierung des Ballonkatheters und die Abgabe der zirkumferenten Ultraschallenergie unkompliziert. Der automatisierte Ablauf von Sonikation und Kühlung reduziert die kognitive Belastung während des Eingriffs und ermöglicht es dem Operateur, sich vollständig auf die Positionierung und die Überwachung des Patienten zu konzentrieren.
Lernkurve
Die Lernkurve mit dem Paradise-System ist tatsächlich kurz. Nach meiner eigenen Erfahrung nahm das Vertrauen bereits beim zweiten Eingriff deutlich zu. Das entspricht der Realität im klinischen Alltag: Sobald der Ablauf einmal durchgeführt wurde, fühlt sich der zweite Fall vertraut und nicht mehr experimentell an.
Diese Beobachtung steht in Übereinstimmung mit multizentrischen US-Daten, die auf dem CRT 2026 präsentiert wurden. Dort führten 51 Ärzte jeweils zwei Eingriffe durch und zeigten eine deutliche Reduktion der durchschnittlichen Prozedurzeit von etwa 67 Minuten beim ersten auf rund 45 Minuten beim zweiten Eingriff.¹ Die abnehmende Variabilität zwischen dem ersten und zweiten Eingriff deutet außerdem auf wachsendes prozedurales Vertrauen hin.

Allerdings müssen diese Daten kritisch interpretiert werden. Zwei Eingriffe pro Arzt reichen nicht aus, um die Lernkurve vollständig zu charakterisieren – insbesondere bei einer Intervention, die stark von der Anatomie der Nierenarterien abhängt. Die Eingriffsdauer ist nicht nur ein Ausdruck der Erfahrung des Operateurs, sondern wird maßgeblich von Faktoren wie Gefäßlänge, Durchmesser, Schlängelung, Verzweigungsmustern und Zugangsbedingungen beeinflusst. Es ist daher möglich, dass ein Teil der beobachteten Zeitreduktion eher auf anatomische Unterschiede zwischen den Fällen zurückzuführen ist als auf reine Lerneffekte.
Dennoch stimmt die US-Erfahrung – auch unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen – gut mit unseren Beobachtungen im Zentrum überein: Das System ist so einfach anzuwenden, dass Sicherheit sehr schnell entsteht und sich bereits der zweite Eingriff routinemäßig anfühlt.
Im klinischen Alltag variiert die Dauer der Eingriffe je nach Anatomie erheblich. Bei Patienten mit günstiger Nierenarterienanatomie kann der Eingriff tatsächlich sehr schnell durchgeführt werden – deutlich innerhalb der in der US-Analyse berichteten Zeitrahmen. Komplexe oder grenzwertige anatomische Verhältnisse verlängern die Prozedurdauer hingegen naturgemäß, unabhängig von der Erfahrung des Operateurs.
Gesamtbewertung und Ausblick
In diesem Erfahrungsbericht beschreibt Dr. Höllriegel einen bemerkenswerten Meilenstein seiner klinischen Tätigkeit: die Durchführung von fünf Ultraschall-RDN-Prozeduren (uRDN) an einem einzigen Tag: „Ein bemerkenswerter Meilenstein in meiner eigenen klinischen Erfahrung war die Durchführung von fünf Ultraschall-RDN (uRDN)-Eingriffen an einem einzigen Tag. Meines Wissens stellt dies eine Weltpremiere dar. Gleichzeitig sehe ich diesen Meilenstein jedoch nicht als Endpunkt, sondern als Teil einer fortlaufenden Entwicklung in diesem Bereich. Mit wachsender Erfahrung und weiterer Optimierung der Abläufe bin ich gespannt, wann dieser Benchmark übertroffen wird. Diese Leistung unterstreicht nicht nur die Effizienz des Paradise-Systems, sondern auch seine Eignung für die Integration in die klinische Routine bei höheren Fallzahlen – ohne Kompromisse bei Sicherheit oder Qualität. Solche Fortschritte werden letztlich die zunehmende Reife und breitere Anwendung der uRDN in der Behandlung der Hypertonie widerspiegeln.“

Quelle:
- Adapted from CRT 2026, Real-world, Multicenter Procedural Insights from First Time Users of The Paradise Ultrasound Renal Denervation System, by Dr. Brian Brown, Spartanburg Healthcare System
Dezember 10, 2025
Dieser Artikel beschreibt die Erfahrungen von Dr. Iván Javier Núñez-Gil beim Aufbau eines erfolgreichen uRDN-Programms in Spanien. Ein starkes Beispiel für medizinisches Fachpersonal und Institutionen, die Innovationen vorantreiben und ihren Patient*innen die neuesten Therapieoptionen anbieten möchten.
September 22, 2025
Die renale Denervation gewinnt zunehmend an Bedeutung als wirksames Instrument im Bluthochdruckmanagement – doch sie ist nicht für jeden geeignet. Erfahren Sie, wie ESC- und ESH-Leitlinien, klinische Evidenz und praktische Werkzeuge wie das Screening-Formular von Recor Medical helfen, die richtigen Kandidaten zu identifizieren.
Juni 26, 2025
In diesem Artikel beleuchtet Professor Joachim Weil die zentrale Bedeutung der Patientenbeteiligung im Kontext der renalen Denervation bei therapieresistenter Hypertonie.

